Unklare Zukunft der Aktivregionen. SPD warnt vor Kürzungen der europäischen Regionalförderung

12.03.2026 | Presse

Die Zukunft der AktivRegionen in Schleswig-Holstein ist ungewiss. Durch die vorgesehene Neuordnung der Förderstruktur im kommenden Haushalt der Europäischen Union drohen erhebliche Mittelkürzungen für Projekte im ländlichen Raum.

Die SPD-Europaabgeordnete Delara Burkhardt hat sich deshalb, gemeinsam mit dem Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion, Thomas Garken, mit der AktivRegion Schwentine-Holsteinische Schweiz über die möglichen Auswirkungen ausgetauscht.

Die AktivRegion Schwentine-Holsteinische Schweiz umfasst 46 Gemeinden sowie die Städte Plön, Eutin, Preetz und Schwentinental. Sie bringt Gemeinden, Vereine, Unternehmen und Einzelpersonen zusammen, um Projekte für den ländlichen Raum zu entwickeln und zu realisieren. Zu den besuchten Projekten zählen der Wildpark Malente sowie der Holzbergturm Malente.

Die SPD-Europaabgeordnete Delara Burkhardt erklärt:

„Die AktivRegionen sind ein Aushängeschild europäischer Regionalpolitik. Sie stehen für den bewährten Bottom-up-Ansatz, bei dem Vereine, Kommunen, Unternehmen und Initiativen gemeinsam Verantwortung für ihre Region übernehmen. Das Engagement des Vereins “Dorf und Natur” ist eindrucksvoll und ich finde es großartig, dass EU-Mittel dies unterstützen konnten. Denn für die Region sind sie weit mehr als Freizeitangebote – sie sind wichtiger Standortfaktor. Sie leisten einen entscheidenden Beitrag zur Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums. Für mich ist klar: Aktivregionen brauchen eine verbindliche finanzielle Absicherung, sie sind ein Stück Europa vor Ort.“

Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Thomas Garken, ergänzt:

„Die Arbeit der AktivRegion Schwentine-Holsteinische Schweiz zeigt konkret, was europäische Förderung im ländlichen Raum bewirken kann. Hier entstehen Projekte, die von den Menschen vor Ort entwickelt und getragen werden – mit viel ehrenamtlichem Engagement. Der Wildpark und der Holzbergturm in Malente sind dafür gute Beispiele: Sie stärken das Umweltbewusstsein, sind außerschulische Lernorte für unsere Kinder und zugleich wichtige touristische Ziele unserer Region. Gerade in Zeiten, in denen auch in bei uns Industriearbeitsplätze wegfallen, tragen solche Projekte zur wirtschaftlichen Stabilität und Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums bei – wer hier kürzt, trifft Ehrenamt, Bildung und regionale Entwicklung gleichermaßen.“

Hintergrund:

Bislang war die europäische Förderarchitektur klar strukturiert: eigenständige Fonds mit zweckgebundenen und verbindlichen Mittelzuweisungen stärkten gezielt den ländlichen Raum und förderten Lebensqualität, Wirtschaftskraft sowie Bürgerbeteiligung. Diese Struktur garantierte Transparenz, Planungssicherheit und eine thematische Schwerpunktsetzung – unter aktiver Einbindung regionaler und lokaler Akteure.

Künftig sollen sogenannte Nationale und Regionale Partnerschaftspläne mehrere EU-Fonds bündeln und zentral über die Mitgliedstaaten gesteuert werden. Damit droht die Mitsprache der Regionen erheblich geschwächt zu werden. Entscheidungen würden stärker auf nationaler Ebene konzentriert – mit unklaren Folgen für die konkreten Bedarfe vor Ort.

Ohne klar definierte Fonds oder verbindliche Mindestquoten könnten Mittel für die ländliche Entwicklung zunehmend in andere ebenfalls wichtige politische Prioritäten wie Verteidigung, Wettbewerbsfähigkeit oder Industriepolitik umgelenkt werden. Der ländliche Raum braucht daher ein eigenständiges, finanziell abgesichertes Budget, sonst besteht die Gefahr erheblicher Mittelkürzungen. Die Umsetzung der AktivRegionen wäre so nicht mehr gesichert.

Sollten die Vorschläge der Europäischen Kommission umgesetzt werden, würden künftig vor allem land- und forstwirtschaftliche Akteure profitieren. Dies würde den Charakter des bisherigen Programms grundlegend verändern und den ländlichen Raum als Ganzes schwächen. Zugleich gilt: Verwaltungsverfahren müssen vereinfacht und bürokratische Hürden konsequent abgebaut werden. Ein erleichterter Zugang zu Fördermitteln ist Voraussetzung dafür, dass lokale Akteure weiterhin engagiert und wirksam handeln können.